Lightbox  |  ANDORF TECHNOLOGY SCHOOL - HTL Andorf Oberösterreich

Schulbetrieb ab 15.02.

Aktuelle Schulampelfarbe: ROT

Informationen zum Unterricht ab 15.02.2021 

  • Die SchülerInnen an unserer Schule befinden sich nach den vorverlegten Semesterferien ab 15.2. grundsätzlich in einem zweitägig wechselnden Präsenzunterricht (Schichtbetriebssystem). Die genaue Einteilung und organisatorische Details werden über die KlassenvorständInnen an unsere SchülerInnen kommuniziert. 
  • Schülerinnen tragen ohne Ausnahme FFP2-Masken. Regelmäßige Maskenpausen sind vorzusehen. Dabei ist für gute Durchlüftung zu sorgen.
  • Für die Teilnahme am Unterricht haben Schülerinnen und Schüler am Schulstandort einen anterio-nasalen Selbsttest („Nasenbohrertest“) durchzuführen. Die Tests werden am Schulstandort bereitgestellt. Schüler/innen testen sich jeweils am 1. Tag der Anwesenheit in der Schule (Präsenzunterricht) und bei mehr als zweitägigem Schulbesuch ein weiteres Mal pro Woche. Zwischen den Tests muss mindestens ein Kalendertag liegen. In der Regel findet die Testung im Klassenverband statt.
  • Im Schichtbetrieb findet Bewegung und Sport im Freien statt. Kontaktsportarten sind unzulässig.
  • Schularbeiten dürfen nur im Präsenzunterricht stattfinden.

Allgemeine Informationen zu COVID-19

Augmented Reality im Unterricht

Die Andorf Technology School hat in diesem Schuljahr zwei Microsoft HoloLens 2 AR/VR-Brillen für den Unterricht angekauft, um sich im Bereich Digitalisierung weiter zu verstärken. Mittels Augmented Reality (AR) können CAD-Daten im realen Raum, teilweise überlagert mit dem realen Objekt, gemeinsam mit zusätzlichen digitalen Informationen (z.B. Daten) dargestellt werden. Diese Darstellung ist mit einem Smartphone, Tablet oder einer AR/VR-Brille möglich. Im Vergleich zum Lesen von herkömmlichen Montageanleitungen fällt es mit dieser Technologie beispielsweise Servicetechnikern vor Ort viel leichter, Anlagen schneller und effizienter zu montieren oder zu reparieren.

Die Microsoft HoloLens Brillen werden bereits im Laborunterricht in den 4. und 5. Klassen der HTL eingesetzt:

Online Infotag

Am 5.2. (Fr) bietet die Andorf Technology School die Möglichkeit, sich umfassend über das Ausbildungsangebot der HTL und Technischen Fachschule zu informieren.

Live-Vorträge und 3D-Rundgang online am 5.2.

Von 13:00 – 19:00 wird am 5.2. wird auf unserer Schulhomepage  folgendes Info-Programm angeboten.

  • Live-Vorträge (jeweils ca. 15 Min.) rund um die Ausbildung mit Fragemöglichkeit
  • Virtueller 3D-Rundgang
  • Individuelle Beratung über Videochat und Telefon
  • Virtueller Messestand mit Infomaterial
  • Antworten zu häufig gestellten Fragen online abrufbar

Sowohl die 4-jährige Fachschule mit dem Schwerpunkt auf Praxisunterricht als auch die 5-jährige HTL mit Matura bieten eine sichere und gefragte Ausbildung für die Zukunft. Die Entscheidung, welche Schullaufbahn man einschlägt, ist sehr wichtig. Daher gilt gerade jetzt: Sich informieren und nachfragen lohnt sich!

Familienführungen ab 8.2. (ab Beginn Semesterferien)

Nach telefonischer Anmeldung (07766/41100) können interessierte Jugendliche mit ihren Eltern in Familienführungen (max. 4 Personen aus einem Haushalt) das Schulgebäude und die modernen Werkstätten besichtigen. Für diese Schultouren wurde ein eigenes Sicherheitskonzept erarbeitet (Einbahnsystem, erweiterte Abstandsregelungen, allgemeine Covid-Hygienebestimmungen, FFP2-Maskenpflicht). Natürlich ist dieses Angebot nur durchführbar, wenn es das aktuelle Infektionsgeschehen und die gesetzlichen Rahmenbedingungen ab 8.2. zulassen!

Infos für Schüler und Eltern

Aktuelle Schulampelfarbe: ROT

Informationen zum Unterricht bis 05.02.2021 

  • Von 07.01.2021 bis vorläufig zum 05.02.2021 findet der theoretische Unterricht an unserer Schule für alle Klassen (auch für die Abschlussklassen) in Form von Distance-Learning statt.
  • Der fachpraktische Unterricht in den Werkstätten und Labors wird ab 25.01.2021 bis vorläufig 05.20.2021 ebenfalls im ortsungebundenen Unterricht (Distance Learning) abgehalten.
  • Alle Personen, die sich im Schulgebäude aufhalten, sind verpflichtet, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Das gilt auch für den Unterricht in Klassenräumen.
  • Seitens der Schulleitung wurden alle organisatorischen Vorkehrungen getroffen, um die Mindestabstände gut einhalten zu können.
  • Schulveranstaltungen und schulbezogene Veranstaltungen dürfen nicht durchgeführt werden.
  • Schularbeiten können stattfinden, sofern eine zeitgerechte und intensive Vorbereitung im Unterricht stattgefunden hat. Folgende Richtlinien gelten: Max. eine Schularbeit pro Tag, max. drei pro Woche. Es darf je Unterrichtsgegenstand im gesamten Wintersemester max. eine Schularbeit stattfinden.
  • Die Schularbeiten finden prinzipiell im Turnsaal oder in EDV 1+2 statt.
  • Für gezielte Vorbereitungen für Schularbeiten können ganze Klassen im Präsenzunterricht geführt werden.
  • Schularbeiten sind nicht nachzuholen, sofern dies im Wintersemester 2020 nicht möglich ist und mit anderen Leistungsfeststellungen eine sichere Beurteilung möglich ist.
  • Andere schriftliche Leistungsfeststellungen (z.B. Tests) dürfen in Abstimmung mit der Direktion nur dann durchgeführt werden, wenn durch andere Leistungsfeststellungen (z.B. Mitarbeit im Unterricht) keine sichere Beurteilung möglich ist. 
  • Die Semesterferien werden vorverlegt auf den Zeitraum 08. – 14.02.2021.
  • Ab 15.02. ist eine schrittweise Öffnung der Schulen mit einer Richtzahl von 50% Anwesenheit der Schüler*innen in Präsenz geplant. Sobald dazu genauere Informationen vorliegen, werden wir diese weitergeben.

 

Für das Distance-Learning gelten nach wie vor folgende Grundregeln:

  • Der Unterricht erfolgt nach Stundenplan („digitale“ Anwesenheitspflicht von Lehrkräften und SchülerInnen zu den regulären Unterrichtszeiten ist erforderlich).
  • Arbeitsaufträge müssen entweder bis zum Ende der Unterrichtseinheit (UE) oder bis zur nächsten UE (entspricht einer HÜ) abgegeben werden.
  • Die SELECT-Einheiten dienen auch im Distance-Learning dazu, Arbeitsaufträge zu bearbeiten. Die zugeteilten Lehrkräfte können via MS Teams kontaktiert werden, die Dokumentation im SELECT-Planer bleibt aufrecht.
  • Die Lehrkräfte können per E-Mail kontaktiert werden oder zu den angegebenen Sprechstundenzeiten über MS Teams. Wir bitten die Eltern, dazu den Office365/MS Teams – Account ihrer Kinder zu benutzen.
  • Das Sekretariat/die Administration ist besetzt und steht für Anfragen zur Verfügung (Tel.: 07766/41100; E-Mail: office@nullandorftechnologyschool.at).

Allgemeine Informationen zu COVID-19

Virtueller Tag der offenen Tür

Am 18.12. hat man von 10:00 – 18:00 auf dieser Website der HTL und Technischen Fachschule Andorf die Gelegenheit, sich online über das Ausbildungsangebot zu informieren und telefonisch oder über Chat Kontakt zu Lehrern und Schülern aufzunehmen. Fragen zu Jobmöglichkeiten, Ausbildungsinhalten oder Aufnahmekriterien können in persönlichen Gesprächen geklärt werden.

Ein virtueller 3D-Rundgang bietet auch die Gelegenheit, die Labors, Werkstätten und Klassenräume online zu besuchen. Kompakte Informationen zu den vier Ausbildungszweigen Kunststoff- &Umwelttechnik (HTL), Produktdesign (HTL), Werkzeug- &Vorrichtungsbau (FS) und Kunststoffe (FS) werden auf einem virtuellen Messestand präsentiert.

Wir freuen uns auf viele Besucher!

Umwelttechnik in der Praxis

An der Andorf Technology School erarbeiten die Schüler Elisa Berger (St. Aegidi) und Anton Moritz (Rainbach) ihre Diplomarbeit in Kooperation mit der Umweltschutzabteilung des Landes OÖ.

Ziel der Arbeit ist es, Verfahren zu entwickeln, um EPS-Platten (beispielsweise Dämmplatten von Hausfassaden) umweltfreundlicher und effektiver zum Recyclingbetrieb transportieren zu können.

Styropor® besteht zu 98% aus Gas, daher würde ein LKW beim Abtransport hauptsächlich „Luft“ transportieren. Durch Verflüssigen oder Pressen der Platten konnten die Schüler eine sehr hohe Effizienz beim Beladen der LKW erreichen. Modellrechnungen ergeben, dass durch diese Lösungsansätze bis zu 96% weniger LKW-Fahrten notwendig sind, um dieselbe Menge wie derzeit zu transportieren. Diese Energieersparnis verbessert nicht nur die Wirtschaftlichkeit, sondern durch den viel geringeren CO2-Ausstoß auch die Öko-Bilanz.

Die beiden Werkstoffspezialisten der HTL Andorf haben schon heute an Lösungen von morgen gedacht, wenn beispielsweise Hausfassadendämmungen erneuert werden müssen. Umweltschutz erfordert Kreativität, Weitblick und technisches Know-how – das beweisen die Schüler des Ausbildungszweigs Kunststoff- und Umwelttechnik mit ihrem Abschlussprojekt.

 

Elisa Berger und Anton Moritz im Prüflabor der Andorf Technology School

Weitere Kooperations-Unternehmen für die Diplomarbeiten der diesjährigen Matura-Jahrgänge:

Messe Jugend&Beruf

Die Berufsinformationsmesse „Jugend&Beruf“ findet in diesem Jahr virtuell statt. Wir laden alle, die sich für unser Ausbildungsangebot interessieren, herzlich dazu ein, unseren digitalen Messestand zu besuchen!

Digitaler Messestand der Andorf Technology School

Absage Abschlussball

Leider muss das Ballkomitee der Andorf Technology School bekanntgeben, dass auch der Abschlussball am 9.Jänner 2021 nicht stattfinden kann. Die neuen Covid-19 Präventionsmaßnahmen der Bundesregierung machen eine Durchführung dieses Events nicht mehr möglich.
An dieser Stelle möchte sich das gesamte Ballkomitee auch für die hervorragende Zusammenarbeit mit den jeweiligen Partnern sowie den zahlreichen Sponsoren bedanken, welche uns vor und auch während der Coronakrise mit bestem Wissen und Gewissen unterstützt haben.

Das Ballkomitee der Andorf Technology School

Interview mit Absolvent Michael Weber

Michael Weber schloss 2013 die Technische Fachschule ab und berichtet in einem  Interview für die aktuelle Ausgabe unseres Jahresberichts über seinen Job bei Airbus in Hamburg. Das Interview wurde von Michael Jäger, Marcel Mairhofer und Alexander Schroll (alle 2AH) geführt.


Michael Weber, Qualitätssicherung (Quality Assurance Final Assembly Line A320 Family) bei Airbus in Hamburg

Können Sie uns Genaueres über Ihre Firma erzählen?
Airbus ist der größte europäische Flugzeughersteller und seit Ende 2019 der größte weltweit. Zusammen mit dem amerikanischen Konkurrenten Boeing bildet Airbus den Duopol in der Luftfahrtbranche. Eines der wichtigsten Zugpferde für Airbus ist die A320 Family, die aufgrund ihrer vielen Optionen, wie z.B. Reichweiten-, Passagierkapazitäten- und Nutzlasten-Anpassungen für die Airline von enormem Interesse ist. Der A320 wird in 4 Ländern final assembliert, wobei sich 4 Fertigungsendlinien in Hamburg befinden. In der Fertigungsendlinie werden Unterbaugruppen wie z.B. Rumpfsektionen, Leitwerke, Triebwerke, Fahrwerke, Ausrüstungssysteme wie Elektrik, Hydraulik, Pneumatik und „Fly by Wire“ Flugsteuerung verbunden, geprüft und dokumentiert.

Wie sind Sie auf Ihren derzeitigen Arbeitgeber aufmerksam geworden bzw. er auf Sie?
Aufmerksam auf meinen jetzigen Arbeitgeber Airbus bin ich durch meine erste Arbeitsstelle bei FACC geworden, bei der ich die Möglichkeit bekam im Qualitätsbereich Erfahrung zu sammeln. Da durch diese Tätigkeit mein Interesse an der Luftfahrt geweckt wurde und ich mich nach einiger Zeit nach neuen Herausforderungen sehnte, bewarb ich mich bei Airbus Deutschland.

Welche Tätigkeitsbereiche standen zur Wahl?
Zur Auswahl stand ein Angebot bei Airbus Helikopter Donauwörth und eines bei Airbus Commercial Aircraft Hamburg. Da mir unter anderem der Tätigkeitsbereich bei Commercial Aircraft aufgrund seiner Vielfalt und seinem komplexeren Zusammenspiel eher zusagte, fiel meine Entscheidung schlussendlich auf Hamburg.

Müssen Sie immer noch die gleiche Arbeit verrichten wie am Anfang oder hat es sich im Laufe der Zeit verändert?
Zu Beginn wird der Fokus primär auf operative Quality-Tätigkeiten gelegt, um das Flugzeug (A320) kennenzulernen, parallel dazu sind die Prozesse und Verantwortlichkeiten der verschiedenen Supplier und Partner kennenzulernen.

Nach bestandener Fremdprüfer-Ausbildung fungiere ich als Prüfer, als Ansprechpartner für Qualitätsfragen und als Bindeglied an der Schnittstelle von der Produktion zu Partner, Zulieferer und Kunde.


Airbus A320neo easyJet (Quelle: Airbus)

Was finden Sie am interessantesten an Ihrem Beruf/Tätigkeitsbereich?
Eine der interessantesten Aspekte meiner Arbeit ist der technische Bereich, die Produktion des Luftfahrzeugs und die Verantwortung bei technischen Abnahmen bzw. Konformitätsbestätigungen.

Nennen Sie drei Punkte, von denen Sie denken, dass Sie in Ihrem Berufsleben am meisten durch die Ausbildung an der HTL bzw. Technischen Fachschule profitieren.
Am meisten profitiere ich durch die sehr gute technisch breitgefächerte, aber auch allgemeine Ausbildung und von der Möglichkeit, mich in unterschiedlichen Bereichen weiterzuentwickeln.

Wie wichtig waren für Sie die praktischen Erfahrungen aus der Werkstatt und den Ferialpraktika?
Die internen bzw. externen Praxisstunden gaben einen guten Einblick in die Bearbeitung unterschiedlichster Werkstoffe und man lernte produzierende Unternehmen kennen. Außerdem forderten und förderten sie nebenbei, wenn auch unbewusst, Soft Skills wie Teamfähigkeit. Die Praxisstunden waren auch eine Orientierungshilfe für den späteren Berufsweg.

Wie wichtig sind Fremdsprachen in Ihrem Beruf?
Die Luftfahrtsprache ist Englisch und diese Sprache ist somit essentiell für meinen Beruf – sowohl für das Lesen von Bauzeichnungen, Normen, Spezifikationen, das Beschreiben von Nichtkonformitäten bzw. Bauabweichungen als auch für die Kommunikation.

Wie sehen die Weiterbildungsmöglichkeiten bei Airbus aus?
Es gibt Autorisierungsstufen, die aus bestimmten einzelnen Ausbildungsmodulen bestehen. Sobald man alle Ausbildungsmodule abgeschlossen hat, kann man die nächste Autorisierungsstufe beantragen. Es gibt aber auch die Möglichkeit, optionale Ausbildungen zu absolvieren.

 Wie steht es um die Bezahlung?
Das Gehalt fällt gut aus. Des Weiteren steigt die Bezahlung mit jeder Autoritätsstufe und optionalen Weiterbildung an. Um wie viel sich das Gehalt steigert, ist nicht festgeschrieben, sondern individuell an die verschiedenen Ausbildungsstufen angepasst.

 Wie flexibel sind Ihre Arbeitszeiten? Gibt es Gleitzeit und Ähnliches?
Gearbeitet wird in unserem Bereich in Früh- und Spätschicht. Aufgrund der Corona-Maßnahmen gibt es nun strenge Anfangs- und Endzeiten, um Überschneidungen zu vermeiden.

Die Luftfahrtindustrie befindet sich derzeit in einer ihrer schwierigsten Krisen, wird in der Zukunft aber weiterhin Talente für künftige Innovationen benötigen. Welche Zukunftsperspektiven sehen Sie für sich und Ihre Kollegen?
Da der weltweite Flugverkehr, die Zulieferketten und die Liquidität mancher Airlines eingeschränkt sind, ist die Luftfahrtbranche enorm in Mitleidenschaft gezogen worden. Folglich musste auch Airbus die Produktionsrate drastisch reduzieren. Je nach weiterem politischem Geschehen und unabsehbarem Reiseverlangen nach der „Corona-Krise” wird eine Ratensteigerung dennoch langsam anlaufen. Aufgrund der aktuellen Lage sind viele Mitarbeiter gezwungen, vom Worst Case auszugehen, aber meiner Meinung nach sind wir gut gerüstet, da wir ein breites Spektrum an Qualifikationen nachweisen können.

Welche Tipps würden Sie als Absolvent uns Schülern geben?
In beruflicher Hinsicht ist auf jeden Fall einen HTL- oder Fachschulabschluss zu forcieren, da dieser einen der wichtigsten Meilensteine im weiteren Berufsleben darstellt. Es ist auch wichtig, sich zu überlegen, welche Tätigkeiten einen reizen, einem liegen und Freude bereiten.

Wir bedanken uns sehr herzlich für das Interview!

 

Interview mit Absolventin Bettina Haidinger

Bettina Haidinger maturierte 2011 an der Andorf Technology School und spricht in einem Interview für die aktuelle Ausgabe unseres Jahresberichts über ihren beruflichen Werdegang. Das Interview wurde von Lisa Emminger, Julia Ockel und Barbara Weis (alle 2AH) geführt.

Bettina Haidinger, Produktmanagerin bei Hassia Shoe Group in Taufkirchen/Pram

Was produziert Ihre Firma?

Premium-Damenschuhe mit höchstem Komfort und ausgewählten Materialien, erhältlich in Mehrweiten und mit herausnehmbaren Einlagen.

Wie war der Berufseinstieg? Ist er Ihnen leicht gefallen durch die Ausbildung an der HTL?

Auf jeden Fall. Da ich in der technischen Entwicklung begonnen habe, war mein in der HTL erworbenes Wissen sehr von Vorteil.  Auch jetzt im Bereich Design fällt mir vieles leichter, da ich das technische Verständnis und Hintergrundwissen besitze, um produzierbare Schuhe zu entwickeln.

Was genau ist Ihr Tätigkeitsbereich?

Ich bin im Produktmanagement und Design der Marke Hassia tätig und bin für die Entwicklung und Ausarbeitung der Kollektionen mitverantwortlich. In einem kleinen Team werden hier die ersten Designs entwickelt und gezeichnet. Dies erfolgt entweder dreidimensional auf dem Leisten oder gleich 2D in der technischen Zeichnung. Die Schnitte werden von unserem technischen Modelleur ausgearbeitet und nachdem ich die Materialien definiert habe, laufen die Prototypen in unserem Werk in Taufkirchen.

Konstruktion DXF

Auch die Sohlen- bzw. Absatzentwicklung läuft ähnlich ab: Die erste Idee kommt von uns und wird in enger Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten umgesetzt. Hier drucken wir die ersten Prototypen in unserem 3D Drucker in Taufkirchen. Nach der Probe am Schuh werden entweder Änderungen oder gleich ein Auftrag zum Formenbau weitergegeben.

Außerdem nehme ich Lieferantentermine im Haus und auch extern wahr. Auf Messebesuchen und Infotouren in Italien, Belgien, Deutschland und den Niederlanden werden die Grundlagen für die Kollektionsentwicklung gesammelt und dann im Headquarter in Taufkirchen umgesetzt.

Nennen Sie drei Punkte, von denen Sie denken, dass Sie in Ihrem Berufsleben am meisten durch die Ausbildung an der HTL profitieren?

  1. Technisches Verständnis (Konstruktion, Formenbau, Erstellen von techn. Zeichnungen, …)
  2. Grundwissen über Kunststoffeigenschaften (Materialien für Absätze und Sohlen)
  3. Interesse an Innovationen und Neuheiten

Besonders geholfen haben mir KOPE und technisches Zeichnen. Auch das Erlernen dessen, wie man eine technische Zeichnung richtig erstellt, hat mir jetzt im Nachhinein viel gebracht. Wenn ich etwas an unsere Lieferanten weitergebe, gilt der Grundsatz: Je genauer die technische Vorgabe von uns, desto einfacher die Entwicklung der Komponenten.

Wenn Sie die Zeit zurückdrehen könnten, hätten Sie irgendwas anders gemacht?

Ich hätte gleich den neuen Produktdesign-Zweig gewählt an der Andorf Technology School gewählt, wenn es diesen zu meiner Zeit bereits gegeben hätte, da dieser exakt meinen Interessen entspricht.

In Bezug auf die Arbeit würde ich auch im Nachhinein nichts ändern, weil jede Erfahrung wertvoll ist und einen auf zukünftige Probleme und unangenehme Situationen vorbereitet.

Wie hat sich Ihr Berufsalltag mit der Corona-Krise verändert?

Ich durfte das erste Mal Homeoffice-Erfahrung machen und musste feststellen, dass es der Kreativität sehr förderlich sein kann, von zu Hause aus zu arbeiten. Alle meine Designs, die in dieser Zeit entstanden sind, wurden in die aktuelle Kollektion mitaufgenommen!

Auch hat es die Hektik aus dem Alltag herausgenommen. Normalerweise läuft diese Zeit des Jahres sehr schnell ab, da sich Lieferantentermine und Meetings häufen und man viele Gespräche bezüglich der Neuentwicklungen führt. All dies war so natürlich nicht möglich und man war gezwungen, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Messebesuch

Wie war Ihre Zeit im Ausland? Welche Erfahrungen haben Sie dort gesammelt?

Die Zeit in Mailand war sehr spannend für mich. Also, wenn ihr die Möglichkeit habt, irgendeine Art von Auslandssemester, Auslandsstudium oder Auslandspraktika zu machen, nutzt diese! Das war sehr lehrreich für mich, weil es ein internationaler Kurs war, was bedeutet, dass Leute aus der ganzen Welt teilgenommen haben. Dadurch erhält man Einblicke in andere Arbeitsweisen und Firmen und kann internationale Kontakte aufbauen.

Wie war die Zeit für Sie als Mädchen in der HTL?

Ich habe diese Zeit als sehr angenehm empfunden, es gab deutlich weniger Drama als in der Hauptschule. Ich habe mich immer gut aufgehoben und akzeptiert gefühlt, egal ob von Mitschülern oder Lehrern.

Welche Tipps haben Sie für Mädchen in einer HTL und alle Frauen, die in den technischen Bereich einsteigen wollen?

Ich glaube, man muss sich einfach bewusst sein, dass man sich als Frau im technischen Bereich immer mehr beweisen muss als ein Mann. Vielleicht trifft das nicht für alle Branchen und Firmen zu, aber ich habe den Eindruck, dass dies immer noch so ist, und ich bin überzeugt, dass wir deshalb viel mehr kämpfen müssen, für das was wir wollen. Beispielsweise geht ein Mann viel aggressiver und selbstbewusster in eine Gehaltsverhandlung hinein. Frauen tendieren eher dazu, sich mit dem zufrieden zu geben, was sie haben. Man sollte sich trotzdem damit beschäftigen, was vergleichbare Kollegen bekommen und immer wieder Teamgespräche mit dem Abteilungsleiter und den Kollegen führen

Stöbern im Lederlager

Was würden Sie einem Absolventen, bezüglich der Jobwahl empfehlen?

Bei der Auswahl zwischen verschiedenen Jobangeboten sollte die erste Frage, meiner Meinung nach, nicht die nach dem Gehalt sein, sondern nach der Übereinstimmung der eigenen Interessen und Überzeugungen mit dem Aufgabenprofil bzw. dem Unternehmen. Langfristig ist man nur in einer Anstellung glücklich, mit der man sich gut selbst identifizieren kann. Ich liebe die fordernden und abwechslungsreichen Aufgaben, welche ich im Produktmanagement und Design bei Hassia ausüben darf. Mir war von Anfang an klar, dass ich in einem reinen Konstruktionsjob nicht glücklich werde, auch wenn das vielleicht mit einem höheren Einstiegsgehalt verbunden gewesen wäre. Ich bin ein kreativer Mensch und möchte das auch an meiner Arbeitsstelle ausleben können.

Wir bedanken uns sehr herzlich für das Interview!